FAQ - Fragen und Antworten

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Meerwasser Lexikon

Durch einen Eiweißabschäumer (engl. Protein Skimmer) werden dem Meerwasser organische Abfallstoffe entzogen. In einem Aquarium mit Fischen ist der Betrieb eines Abschäumers deswegen unausweichlich. 
Die Funktion ist recht simpel. Durch ein Rohr werden Luftbläschen geschickt, an denen sich durch Adhäsion Moleküle anlagern. Ganz oben im Rohr bildet sich Schaum welcher immer fester wird und im Topf oberhalb des Rohr abgeschieden wird. Den Topf kann man einfach abnehmen und muss diesen regelmäßig reinigen. 

Über die Menge der Luftblasen, die hinzugefügt werden, kann man einstellen, ob der Abschäumer eher "trocken" oder "nasser" abschäumt. Hier muss jeder Aquarianer die für sich und sein System beste Variante finden. 
 
Durch den Eiweißabschäumer wird vor allem eine Reduktion von Eiweißstoffen im Wasser erreicht, bevor diese Stoffe durch den Zersetzungsprozess gehen. Hierdurch wird das Aquarienwasser unter anderem weniger mit Nitrat (NO3) belastet. Wenn man beispielsweise einen zu hohen Nitratwert in seinem Becken feststellt, kann man den Abschäumer entsprechend stärker stellen, um die Belastung schneller zu verringern. Durch Zugabe von Ozon durch einen Ozongenerator kann die Leistungsfähigkeit bzw. Effizienz eines Eiweißabschäumers noch erhöht werden. Da Ozon auch Nachteile hat, verzichten die meisten Aquarianer auf die Zugabe von Ozon. 

Ein Eiweißabschäumer entzieht dem Wasser aber auch Spurenelemente und beispielsweise Phytoplankton. Deswegen wird bei Hinzugabe von Phytoplankton meist empfohlen, den Abschäumer mind. 1 Stunde ausser Betrieb zu lassen, bis sich das Plankton im Becken verteilen konnte.

Bei Aktivkohle handelt es sich um porösen Kohlenstoff mit großer innerer Oberfläche, der in der Meerwasseraquaristik zur Adsorption verschiedener Stoffe eingesetzt werden kann. Aktivkohle kann aus verschiedenen Ausgangsmaterialien hergestellt werden.
Darunter fallen Braunkohle, Steinkohle, aber auch aus pflanzlichen Teilen wie aus der Faser von Kokosnussschalen oder auch Holz. Der Anteil von Kohlenstoff bei Aktivkohle ist größer als 90 %.

 
Wo findet Aktivkohle in der Aquaristik Anwendung?


Mit Aktivkohle lassen sich eine Reihe von Schadstoffen und Schwermetalle sowie Gelbstoffe aus dem Aquarium entfernen bzw. binden. Darunter fallen auch mögliche Nesselgifte von Korallen. Das Wasser wird bei dem Einsatz von Aktivkohle auch klarer. Man spricht auch davon,
das Wasser zu klären. Auch Rückstände von Medikamenten kann man mithilfe von Aktivkohle aus dem Wasser filtern. In der Aquaristik ist Aktivkohle oft in der Form von Granulat verfügbar. Die besten Ergebnisse erzielt man mithilfe eines Wirbelbettfilter. Hier wird
das Wasser mithilfe einer Pumpe im Technikbecken durch den Wirbelbettfilter gepumpt und durchströmt die Kammer mit der Aktivkohle, wodurch das Wasser gefiltert wird.

Wenn man dauerhaft Aktivkohle einsetzt, sollte man vor allem auf den Jod-Anteil im Wasser achten bzw. diesen regelmäßig messen. Es gibt keine nennenswerten Nachteile beim Einsatz von Aktivkohle, außer dass es auch Jod bindet und somit einen wichtigen Stoff dem Wasser entziehen kann.
Hier kann man sich allerdings leicht helfen, indem man Jod nachdosiert. Die meisten Aquarianer setzten Aktivkohle nur vereinzelt bei Problemen ein. Es gibt aber auch Versorgungsmethoden wie die Triton Methode, bei dem der konstante Einsatz von Aktivkohle Bestandteil der Gesamtversorgung ist.

Kritiker von Aktivkohle bemängeln den Entzug von wichtigen Spurenelementen aus dem Wasser. Deshalb kommt bei den meisten Aquarianern, die nicht auf die Triton Methode setzen, die Aktivkohle in unregelmäßigen Abständen zum Einsatz. In Foren liest man häufig über den Einsatz alle 4-6 Wochen für die Dauer von 3 Tagen. Für gewöhnlich kann man schon nach dem ersten Tag eine Klärung des Wassers erkennen.

Copepoden gehören zu den artenreichsten Lebewesen auf unserem Planeten. Sie bilden einen Großteil des in den Meeren zur Verfügung stehenden Zooplanktons und dienen somit wiederum sehr vielen Tieren als Nahrungsquelle. 

Copepoden haben die Bezeichnung Superfood verdient. Die verschiedenen Arten variieren in ihren Größen zwischen 0,2 mm und 3 mm und sind reich an Proteinen und Omega-3 Fettsäuren.

Im Meerwasseraquarium sind Copepoden für manche Fische wie dem Leierfisch die Hauptnahrungsquelle. Man kann sie als Frostfutter kaufen, aber es gibt einige Arten wie der Mandarin Fisch, der nur schwer an Frostfutter zu gewöhnen ist. Manche verweigern die Nahrungsaufnahme und verhungern. Hier bleibt nur auf Lebendfutter zurückzugreifen.


Copepoden kann man durchaus als Lebendfutter kaufen. In 90ml Kleingebinden aber auch 500ml und 1000ml werden angeboten. Am besten ist man kultiviert eine kleine eigene Zucht. Die Zucht von Copepoden ist recht einfach und man hat immer frischen, nahrhaftes Lebendfutter zur Verfügung. 
Wer sich für die Zucht von Copepoden interessiert, der findet auf plankton-welt.de eine schöne Anleitung für Einsteiger.

Wenn das Aquarium ausreichend groß ist, lassen sich sogar im Becken selbst ausreichend große Mengen kultivieren, um den Fischen konstant als Nahrungsquelle zur Verfügung zu stehen. Gerade Fische wie der eingangs erwähnte Mandarin Fisch sind den ganzen Tag am Bodengrund auf Nahrungssuche.
 

Nitrat (NO3) entsteht bei der Umwandlung von Nitrit (NO2) durch Bakterien. Die bakterielle Oxidation von Ammonium (NH4)/Ammoniak (NH3) zu Nitrit (NO2) und anschließend zu Nitrat (NO3) bezeichnet man als Nitrifikation.

Nitrat ist für Fische zwar ungiftig, der Wert sollte im Meerwasseraquarium dennoch nicht über 5 mg/l liegen. Wie bei Nitrit, kann man Nitrat ebenfalls durch gängige, im Handel erhältliche, Farbumschlag Tests messen. Ist der Nitratwert zu hoch, können sich Algen im Becken breit machen. Außerdem hindert ein zu hoher Nitratwert das Wachstum bei SPS Korallen.

Grund für zu hohe Nitratwerte sind meistens ein zu hoher Fischbesatz, zu viel Futterzugabe oder schlechte Filterleistung. Auch ein zu klein dimensionierter oder schlecht eingestellter Abschäumer kann für zu hohe Nitratwerte verursachen.

Der richtige Nitratwert spielt zwar für Fische keine große Rolle, aber Korallen benötigen Nitrat. Den Symbiose Algen der Korallen dient Nitrat für den Aufbau von Enzymen. Wenn der Nitratwert zu niedrig ist, haben die Symbiose Algen nicht genügend Futter. Zu hohe Nitratwerte bewirken genau das Gegenteil, und zwar übersättigte Symbiose Algen. Übersättigte Symbiose Algen lassen die Farben der Korallen weniger leuchten. Wie so oft in der Meerwasseraquaristik ist es auch beim Nitratwert so, dass man einen gesunden und möglichst stabilen Mittelwert finden muss. Dieser liegt je nach Besatz in der Regel irgendwo im Bereich um 2-10 mg/l. Natürliches Meerwasser hat einen NO3 Gehalt von 0,01 - 0,5 mg/l.


Der Nitratwert ist zu gering, was tun?

Auch wenn das eher selten das Problem einem Meerwasseraquarianers ist, wollen wir dennoch darauf eingehen, was man bei einem zu geringen NO3 Wert machen kann, um ihn zu erhöhen:

1. Wenn möglich den Fischbesatz erhöhen
2. Wenn dies nicht möglich ist, kann man noch die Futtermenge erhöhen
3. Den Abschäumer "trockener" stellen

Der Nitratwert ist zu hoch, wie kann man ihn verringern?

Häufiger ist das Problem, dass der NO3 Wert zu hoch ist. Aber auch hier gibt es natürlich einige Möglichkeiten, den Nitratwert zu verringern:
1. Abschäumerleistung erhöhen. Abschäumer "nasser" stellen
2. Nitratfilter einsetzen
3. Spezielle Bakterien hinzufügen, die das Nitrat abbauen
4. größere Wasserwechsel vornehmen
5. Die Wodka-Methode
 

Phosphat (PO4) entsteht durch den Futtereintrag und die Ausscheidungen der Aquarienbewohner. Es kann sich im Wasser anreichern und sollte bestimmte Grenzwerte nicht überschreiten. 

Um den Phosphatgehalt zu reduzieren gibt es Phosphatadsorber. Die meisten auf dem Markt erhältlichen basieren auf Alluminium oder Eisenbasis. Daneben gibt es noch spezielle Produkte wie das bekannte RowaPhos. Dieses bindet und filtert auch Alluminium aus dem Wasser. Wenn man also eine längere Zeit mit einem Adsorber auf Alluminiumbasis gegen zu hohe Phosphatwerte gekämpft hat, empfiehlt es sich für eine gewisse Zeit zb RowaPhos einzusetzen um neben PO4 auch das möglicherweise angereicherte Allumium im Wasser des Meerwasser Aquarium wieder heraus zu filtern.
 
Es gibt verschiedene Arten wie die Adsorbermedien angewendet werden. Viele sind in Kugelform erhältlich und lassen sich sehr gut in einem Wirbelbett- bzw. Fliesbettfilter einsetzen. Manche Aquarianer schwören auch auf den Einsatz in Filterwatte. Hier wird das Adsorbermedium einfach zwischen zwei Lagen Filterwatte zb in einem Filterstrumpf eingesetzt und zwangsdurchströmt. 

Der Phosphatadsorber ist nach einer gewissen Zeit erschöpft. Dann hat er die maximale Menge an Phosphat gebunden und verliert seine Wirkung. Dies ist der Zeitpunkt an dem man das Medium ersetzen muss. Das findet man recht leicht durch PO4 Messungen raus. Sobald der Wert dann höher wird weiss an, das die Kapazität des Adsorber erschöpft ist. 

Nach einer Weile hat man dafür ein gutes Gespür entwickelt und weiss wann etwa beim eigenen Becken der Phosphatadsorber gewechselt werden muss.

Die Salinität, also der Salzgehalt ist eines der wichtigsten Parameter im Meerwasser Aquarium. In den Weltmeeren liegt der Salzgehalt zwischen 34,7 und 35 Gramm pro Liter. Das klingt erstmal wenig, wenn man aber schaut, welche Menge Salz man im Wasser auflösen muss, um diese Salinität zu erreichen, merkt man, dass es gar nicht so wenig ist, wie es zunächst klingt.

Grundsätzlich schreiben die Hersteller von Salzen auf das Gramm genau vor, wie viel Salz man im Osmosewasser auflösen soll, um die richtige Salinität zu erreichen. Dennoch muss man ab und zu nachmessen, ob der Salzgehalt noch im empfohlenen Bereich liegt.

Hierzu gibt es verschiedene Methoden, um den Salzgehalt im Becken zu ermitteln. Eine davon ist die Dichte-Messung mithilfe eines Aerometers. Der Nachteil dieser Methode ist, dass die Dichte sehr stark temperaturabhängig ist. Das Wasservolumen verkleinert sich bei geringerer Temperatur und umgekehrt. Die meisten Aerometer sind deshalb auf die in den meisten Aquarien verwendete Temperatur von 25 Grad Celsius geeicht. Bei dieser Temperatur sollte das Aerometer dann im Idealfall 1022 als Dichte anzeigen.

Eine andere Möglichkeit zur Messung des Salzgehaltes bietet das Refraktometer. Das Refraktometer ist ein Messgerät zur Bestimmung des Brechungsindex von – flüssigen oder festen – transparenten Stoffen durch Refraktometrie. Das Refraktometer bietet eine kostengünstige und verhältnismäßig unkomplizierte Möglichkeit, die Dichte zu messen.

Neben dem klassischen Refraktometer bei dem man den Wert von einer Skala durch eine Linse abliest, gibt es mittlerweile auch elektronische Refraktometer wie zum Beispiel das der Firma Hanna Instruments.

Refraktometerelektronisches Refraktometer